Wer schon einmal an einem Spielautomaten saß, kennt dieses seltsame Gefühl der knappen Enttäuschung. Weitere Einblicke dazu liefert diese Diskussion auf de.quora.com/Warum-f%C3%BChlt-es-sich-bei-Online-Slots-manchmal-so-an-als-w%C3%BCrde-der-gro%C3%9F-Gewinn-immer-nur-einen-Spin-entfernt-sein im Internet. Das Phänomen, bei dem zwei Symbole auf der Gewinnlinie einrasten und das dritte knapp darüber oder darunter stecken bleibt, nennt man in der Psychologie den Near-Miss-Effekt.

Anstatt den Spielenden zu entmutigen, löst dieser Beinahe-Erfolg im Gehirn genau dieselben Areale aus wie ein echter Gewinn. Dopamin wird ausgeschüttet, was zu einer erhöhten Motivation führt, es sofort noch einmal zu versuchen. Das Design von modernen Spielautomaten nutzt diese kognitive Verzerrung gezielt aus, um die Verweildauer der Spieler zu erhöhen.

Die Mechanismen im Gehirn

Evolutionär gesehen macht es Sinn, dass uns knappe Fehlschläge anspornen. In der Natur bedeutet ein knapper Misserfolg bei der Jagd, dass man seine Technik anpassen muss, aber der Erfolg greifbar ist. Auf Glücksspiele übertragen ist dieser Mechanismus jedoch trügerisch, da die Ausgänge von Spins mathematisch unabhängig voneinander sind und ein Beinahe-Gewinn keineswegs bedeutet, dass der Hauptgewinn beim nächsten Mal wahrscheinlicher ist.